Biodiversität und Lebensraum Moorbek: Nachhaltige Quartiersentwicklung
In TRAVEHUSEN bildet die ökologische Vielfalt das Fundament der Planung. Das umfassende Biodiversitätskonzept stellt sicher, dass durch gezielte Maßnahmen wertvolle Lebensräume erhalten, vernetzt und aktiv gefördert werden.
Die Moorbek: Renaturierung eines befreiten Bachlaufs
Ein bedeutender Teil der Moorbek verlief ursprünglich in unterirdischen Rohrleitungen. Im Zuge der Quartiersentwicklung wurde dieser Abschnitt geöffnet und als lebendiger Wasserlauf an den Rand der Bebauung verlegt.
Auf einer Länge von rund 800 Metern wurde der Bach nach dem ökologischen Leitbild eines „kiesgeprägten Tieflandbachs“ gestaltet. Die naturnahe Ausstattung mit Geröll, Kies und Totholz fördert die Eigendynamik des Gewässers. Sogenannte Sohlgleiten garantieren zudem eine barrierefreie ökologische Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen.
Ausschnitt Bachhlauf schematisch | nach Ingenieurbüro Dr. Lehners + Wittorf
Intelligentes Wassermanagement und Sicherheit
Die Gestaltung der angrenzenden „Talaue“ verbindet moderne Wasserwirtschaft mit aktivem Anliegerschutz. In speziellen Retentionsauen kann Oberflächenwasser aus dem Quartier direkt zwischengespeichert werden.
Das System ist so bemessen, dass selbst extremen, hundertjährigen Regenereignissen (HQ100) sicher begegnet wird. Ein neu angelegter Wall sowie ein Wartungsweg in Dammlage schützen die angrenzenden Grundstücke zuverlässig. Gleichzeitig dienen diese Flächen als wertvolle Feuchtlebensräume und als Naherholungsgebiet mit durchgehenden Wanderwegen.
Gezielte Förderung der lokalen Fauna
Um die biologische Vielfalt aktiv zu stärken, sieht das Biodiversitätskonzept spezifische Maßnahmen für ausgewählte Zielarten vor:
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Vogelwelt: Durch die Installation von Nistkästen an den Fassaden (z. B. für Mauersegler und Hausrotschwanz) sowie die Pflanzung von Obstbäumen und Hecken entstehen wertvolle Brut- und Nahrungsräume.
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Insekten & Wildbienen: Spezielle Biodiversitätsdächer mit heimischen Kräutern und Gräsern sowie großzügige Blühwiesen bieten Lebensraum für Wildbienen und Schmetterlinge.
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Kleinsäuger & Reptilien: Die Anlage von Totholzhaufen und Lesesteinmauern schafft wichtige Verstecke und Winterquartiere für Igel, Waldeidechsen und Blindschleichen.
Strategische Maßnahmen im Quartier
Über die direkten Lebensräume hinaus sichern weitere Indikatoren die ökologische Qualität im gesamten Gebiet:
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Lichtplanung: Eine insekten- und fledermausfreundliche Beleuchtung minimiert die Lichtverschmutzung und bewahrt den nächtlichen Lebensraum der Tierwelt.
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Heimische Flora: Es erfolgt eine konsequente Auswahl standortheimischer Gehölze. Auf invasive Neophyten wird verzichtet, um das lokale Ökosystem stabil zu halten.
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Ökologische Vernetzung: Das Quartier wird durch „Trittsteinbiotope“ wie Gebüsche und Feldgehölze optimal mit der Umgebung vernetzt, was die Ausbreitung und Wanderung heimischer Arten unterstützt.
Nachhaltige Pflege und Unterhaltung
Die langfristige Sicherung dieser ökologischen Qualitäten erfolgt durch eine fachgerechte Pflege. Dazu zählen eine ökologisch ausgerichtete Unterhaltungspflege, wie die zeitlich versetzte Wechselmahd der Wiesen zur Schaffung unterschiedlicher Vegetationshöhen, sowie der konsequente Verzicht auf chemische Pestizide. Diese Maßnahmen gewährleisten die dauerhafte Entwicklung von TRAVEHUSEN als ökologisch wertvoller Lebensraum.